Chevaulegers 
 
 
Der französische König Ludwig XII. errichtete 1498 die Chevaulegers als eigenständige Waffengattung. Sie waren leichter gerüstet als andere Kavalleristen und zunächst noch mit einer Lanze bewaffnet. „Leicht“ bezog sich zu dieser Zeit vor allem auf die Ausrüstung und die verwendeten Pferde und nicht auf die Verwendung in den später klassischen Funktionen der leichten Kavallerie wie Aufklärung, Flankensicherung und Kleinkrieg. Seit 1593 bildeten die Chevaulegers als Kompanie der königlichen Garden die berittene Wache des Königs, der zugleich ihr Hauptmann war. 1787 löste man sie aus Kostengründen auf.
 
In Bayern wurden diese Regimenter zuerst eingesetzt, später auch in Sachsen, Hessen Darmstadt, Württemberg, Würzburg und in Preußen. Insgesamt gab es 8 Regimenter deren Chef entweder ein Kaiser, ein König, ein Prinz, ein Erzherzog oder ein Herzog war. Das älteste Regiment ist das Königlich Bayerisches Chevaulegers-Regiment „Kaiser Nikolaus von Rußland“ Nr.1. Kurfürst Max Emanuel stellte das Regiment am 29. Juni 1682 in Furth im Wald und Cham auf. Es wurde aus den alten Kompagnien St. Bonifacio, Haraucourt, Perouse und Spinchal sowie den neu geworbenen Kompagnien „Rittmeister Franz Graf von Gabaleone“ (Weilheim) und „Rittmeister Heinrich von Ponton“ (Schrobenhausen) errichtet. Der erste Inhaber war General der Kavallerie Karl Marquis von Haraucourt und Falkenberg, Graf von Dalem, Freiherr von Torquin, der mit seinem ersten Adelsprädikat dem Regiment seinen Namen gab. (Regiment Pferd "Haracourt") Der erste Oberst Kommandant war Oberst Leutnant Ludwig Graf von Bonifacio. Am 14. Juli 1683 wurde Oberst Johann Baptist Graf von Arco zum Inhaber des Regiments ernannt, das so gleich in Pferd "Graf Arco" umbenannt wurde. Im selben Jahr zählte das Regiment bereits 600 Reiter. Der erste Einsatz des Chevaulegers Regimentes war 1683 bis 1688 im Krieg gegen die Türken. Das Regiment war beim Einsatz in Wien, im Gefecht bei Gran, in Straubing und bei der Belagerung von Ofen dabei. Im Gefecht bei Jász Berény am 17. Juni 1687 und bei der Brücke in der Nähe von Mohacz am 20.Juni 1687 trat das Regiment in 9 Kompagnien gegliedert an und hatte keine Verluste zu verzeichnen. An der Belagerung von Belgrad vom 9. August bis 6. September 1688 nahm es mit drei Eskadronen und insgesamt 600 Reitern teil. Beim Sturm auf die Stadt fiel ein Fähnrich und ein Offizier wurde verwundet. 1688 wurde das Regiment im Oberland (Bad Tölz und Umgebung) einquartiert. Im selben Jahr wurde Franz Marquis Taquenac de Spinchal zum Oberstkommandanten des Regiments ernannt. Im November 1814 wurde Kaiser Franz I. von Österreich zum Inhaber des Regiments ernannt und nannte es ab sofort in 1. Chevaulegers-Regiment "Kaiser Franz I. von Österreich". 
 
                                                                             
 
                                                                                                                                                                                                                  König Ludwig II. in der damaligen Chevaulegers Uniform
                                           Hermann Weihnacht rettet einen Preußischen Husar 
 
Eine geschichtliche Besonderheit gab es noch: "Hermann Weinacht vom 5. Chevauleger Regiment "Prinz Otto" ging am 1. August 1870 in die Bayerische Heeresgeschichte ein, als er im Gefecht bei Stürzelbronn einen zu Fall gekommenen Preußischen Husaren auf sein Pferd zog und ihm das Leben rettete". Durch diese Tat wurde die neue Bayerisch-Preußische Freundschaft genau im Augenblick des Kriegsausbruches symbolträchtig besiegelt und Louis Braun verewigte die Szene in einem seiner bekannten Gemälde.

 
 
 
Chevaulegers
   
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